Das interdisziplinäre Brücken-Team der Kinderklinik des UKM

Das Brücken-Team ist ein multiprofessionelles Team, das eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebenslimitierenden bzw. lebensbedrohlichen Erkrankung anbietet. Durch die Unterstützung des SAPV-Teams kann es vielen Patient:innen und Familien ermöglicht werden, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Die Hausbesuche des Brücken-Teams schaffen eine Verbindung zwischen Klinik und häuslicher Umgebung. Über die 24-Stunden-Bereitschaft sind die Mitarbeiter:innen auch in Notfällen telefonisch erreichbar und können die Familien bei Unsicherheiten und Fragen unterstützen und begleiten.

Die Kinderkrebshilfe Münster gehört von Anbeginn an zu den Unterstützern und Förderern der Arbeit des Brücken-Teams.

Trauerbegleitung

Die SAPV bietet die Möglichkeit, die Familien in ihrer vorweggenommenen Trauer zu unterstützen. Die Trauer beginnt bereits mit der Diagnose der lebensbegrenzenden Erkrankung. Themen wie Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben dazu und können besprochen werden. Durch empathische Begleitung und Unterstützung können den Kindern und Jugendlichen sowie deren Angehörigen Strategien aufgezeigt werden, dem Tod zu begegnen und die Trauer zu durchleben. Der Umgang mit diesen Themen ist aufgrund der persönlichen Ressourcen und (Bewältigungs-)Strategien sehr individuell.

In den meisten Fällen besteht auch nach dem Tod des Kindes weiterer Unterstützungsbedarf durch vertraute Wegbegleiter:innen. Um die Trauererfahrungen in den Familien professionell begleiten zu können, hat das Brücken-Team ein Nachsorgekonzept entwickelt und eine durch die Kinderkrebshilfe Münster spendenfinanzierte Teilzeitstelle zur Trauerbegleitung geschaffen. Die Nachsorge ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Brücken-Teams im Rahmen der SAPV geworden.

Nachsorge-Reise

Die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod nimmt auch nach dem Tod eines Kindes einen bedeutenden Platz im Leben der betroffenen Familien ein. Die Mitarbeiter:innen des SAPV-Teams möchten daher diesen Familien Raum und Gelegenheit bieten, für ihre Trauer und ihre Erinnerung an das verstorbene Kind einen angemessenen Ausdruck zu finden. Das Brücken-Team hat deshalb seit 2015 ein entsprechendes Nachsorgeangebot geschaffen. Regelmäßig alle zwei Jahre können betroffene Familien unter professioneller Betreuung einige Tage im „Haus am Meer“ auf Spiekeroog verbringen, einer Familienferienstätte der Diakonie Ruhr-Hellweg. Dieses Nachsorgeangebot wird finanziell durch die Kinderkrebshilfe Münster unterstützt, so dass die Familien nur einen Teil der Kosten tragen müssen. Im Preis enthalten sind Fährkosten, Kurtaxe, Gepäckservice, Unterkunft, Verpflegung sowie die Begleitung durch Mitarbeiter:innen des Brücken-Teams und weiterer Kolleg:innen im Betreuerteam

Überleitungsprojekt Kinderonkologie

In der Kinderonkologie hat sich in den letzten zehn Jahren eine zunehmende Intensivierung der Therapien und die Etablierung neuer, komplexer Behandlungsverfahren vollzogen. Dadurch gelingt es auf der einen Seite, mehr Kinder zu heilen, auf der anderen Seite, Kinder mit primär nicht heilbaren Erkrankungen oder mit Rezidiven und kritischer Gesamtprognose noch über längere Zeit zu behandeln und die Erkrankung zurückzudrängen, um für diese Patient:innen Lebenszeit und Lebensqualität zu gewinnen. Eine zunehmende Anzahl dieser Kinder und Jugendlichen kommen aus weiter entfernten Einzugsbereichen außerhalb des Versorgungsgebietes des Brücken-Teams. Sie werden der Kinderonkologie des UKM zugewiesen, damit sie hier diese neuen Therapiemöglichkeiten nutzen können. Ein Beispiel für ein solches hochspezialisiertes Behandlungskonzept ist die sogenannte, CAR-T-Zell-Therapie, eine Krebsimmuntherapie, die auf gentechnisch veränderten, körpereigenen T-Zellen basiert.

Die Kinderkrebshilfe Münster unterstützt mit der Finanzierung einer halben Pflegestelle das „Palliative Überleitungsprojekt in der Kinderonkologie“. Es hat die Aufgabe, Patienten:innen und ihre Familien bereits in der intensiven Behandlungsphase frühzeitig in den Blick zu nehmen und diese bei Bedarf in eine zusätzliche palliativmedizinische Versorgung überzuleiten. Das bedeutet, dass diese Kinder so rechtzeitig und so koordiniert wie möglich entweder an ein örtlich externes Team für spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) oder an das Brücken-Team am UKM angebunden werden.

Für weitere Informationen laden Sie bitte hier den Flyer hinunter: Flyer

Brücken-Team
Universitätsklinikum Münster
Zentrum Kinder- und Jugendmedizin
Schmeddingstr. 60
48149 Münster

Tel.: 0251 83-49120
E-Mail: bruecken-team@ukmuenster.de