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Unser Verein heißt jetzt "Kinderkrebshilfe Münster e.V."

Seit nun 30 Jahren unterstützten wir Familien mit krebserkrankten Kindern mit Rat und Tat - mit stationärer Ausstattung, medizinischen und psychosozialen Hilfsangeboten.

Verschiedene Nachsorgeprojekte, Forschungsförderung und Familiennothilfe, Brückenteam, Trauerarbeit und Elternhaus sind nur einige Projekte, mit denen wir uns tagtäglich beschäftigen. Unser ehrenamtliches Engagement unterstützen dabei Spender in vielerlei Hinsicht - finanziell und ideell.

 

Machen Sie sich ein Bild von unserer Arbeit! Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben! In unserem Magazin "Fußstapfen" , welches Sie unter diesem link einsehen und downloaden können finden Sie Informationen über unsere Arbeit der letzten Jahre.

 

 

 

 

"Wir wollen die Kinder und deren Eltern begleiten und ihnen helfen, wo es nötig und möglich ist."

Christel Hüttemann, Vorstandsvorsitzende
Foto: www.wattendorff.de

30 Jahre - Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. - Kinderkrebshilfe Münster e.V.

Prof. Dr. H. Jürgens

Am 8. Dezember 2012 begeht der Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. seinen 30. Geburtstag. Grund genug für Rückblick und Würdigung der Leistung aus Sicht der Klinik und der Klinikdirektion.

Im Gründungsjahr vor 30 Jahren stand im Mittelpunkt, dass die Infrastruktur der Kinderkrebsversorgung dem raschen Fortschritt der Kinderkrebsforschung und der Kinderkrebsbehandlung nicht Stand halten konnte. Es galt Aufmerksamkeit zu erwecken, mehr Stellen in der Kinderkrebspflege und im ärztlichen Bereich zu schaffen und der großen Herausforderung der Verbesserung der Überlebensmöglichkeiten nach Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter zu begegnen. Münster wurde unter der damaligen Leitung von Herrn Prof. Dr. med. Günther Schellong zu einem der bedeutendsten Kinderkrebsbehandlungszentren in Deutschland und Europa. Die Leukämiebehandlung im Kindes- und Jugendalter ist mit dem Kürzel "BFM" assoziiert, für Berlin-Frankfurt-Münster, als den Stätten der Wegbereitung der modernen und neuzeitlichen Leukämiebehandlung.

Die Unterstützung durch einen Förderverein, der von Betroffenen getragen wird, ist in der Kinderkrebsbehandlung nicht wegzudenken. Dies gilt für die Kinderkrebsbehandlungszentren in Deutschland, in Europa, überall, wo Kinderkrebsbehandlung möglich und fortgeschritten ist. In diesem Zusammenhang dürfen wir nicht und niemals vergessen, wie schlimm und traurig es ist, dass weltweit nur ca. 20% aller an Krebs erkrankten Kinder und Jugendlichen Zugang zu den modernen Möglichkeiten der Kinderkrebsbehandlung haben.

Heute, im Jahre 2012, können in Deutschland über 80% aller erkrankten Kinder und Jugendlichen von ihrer Krebserkrankung geheilt werden. Nach den aktuellen Mitteilungen des Deutschen Krebsregisters, dessen Einrichtung ebenfalls eine Pionierleistung der deutschen Kinderkrebsmedizin darstellt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate nach Kinderkrebserkrankung bei 83% und die 10-Jahres-Überlebensrate bei 81%. Dies gehört international mit zu den besten Ergebnissen.

Der Weg durch die Behandlung ist lang und schwierig und belastend für die betroffenen Kinder und Jugendlichen und für die Familien. Die Solidargemeinschaft leistet einen wesentlichen Beitrag. Nach den Berechnungen des Dachverbandes der Fördervereine der Kinderkrebseinrichtungen in Deutschland wird aber auch heute noch die Betreuung eines krebskranken Kindes in einer Größenordnung von ca. 20% durch regionale Fördervereine und Selbsthilfegruppen Betroffener subventioniert.

So ist auch der Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. ein wesentliches, unverzichtbares und nicht wegdenkbares Element für die Aufgabenerfüllung der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Münster. Im Zentrum der Förderung stehen das krebskranke Kind und seine Familie und Hilfen, die Belastung durch die Erkrankung und die Behandlung für den Betroffenen und seine Familie zu vermindern. Im Fokus der Förderung durch den Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. steht die Verbesserung der psychosozialen Betreuung und Versorgung als mit der pflegerischen und ärztlichen Betreuung dritten Säule in der Kinderkrebsbehandlung. Die derzeitigen Stellen der Erzieherinnen auf den Stationen und in der Ambulanz und Tagesklinik für die Kunst- und Musiktherapie und für die Erweiterung der Möglichkeiten psychologischer Begleitung und Betreuung wären nicht denkbar ohne den Förderverein und sind eine wesentliche Hilfe, die Belastung durch die Behandlung auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Immer wieder erleben wir in unserer Nachsorgesprechstunde, dass sich ein Mädchen/ein Junge/eine junge Frau/ein junger Mann z. B. zehn oder 15 Jahre nach der Krebsbehandlung daran erinnert "Das war doch, wo wir zusammen Musik gemacht haben, wo wir Bilder gezeichnet haben". So weitgehend können die Verdrängungsprozesse in den Vorstellungen und der Welt der Erinnerungen der Betroffenen sein, dass sie das Erleben der Belastung durch die Behandlung ausblenden und sich nur noch an die positiven Erlebnisse erinnern. Umso wichtiger ist es, dass es diese positiven Erlebnisse gibt - als Ergebnis der Unterstützung der Klinik durch den Förderverein. Neben den Stellen, die geschaffen und finanziert sind durch die Spen­den des Fördervereins, sind es die Hilfen für betroffene Familien in sozialer Not, die die Arbeit des Fördervereins kennzeichnen. Viele Familien sind durch die unerwartete Erkrankung durch das soziale Netz gefallen und bedürfen zusätzlicher Hilfeleistung, die sie von unserer Gesellschaft nicht erhalten - der Umzug in eine größere Woh­nung, die Renovierung der Wohnung, um dem krebskranken Kind ein eigenes Zimmer einrichten zu können.

Und es sind die Investitionen, die immer wieder vom Förderverein getragen werden. Die kindgerechte malerische Gestaltung der Station, eine neue Generation von Einrichtungsgegenständen für das Spielzimmer, die Elternküche, Betten für die Eltern, um auf der Station übernachten zu können. Das Ermöglichen, in der Nähe der Klinik leistbar wohnen zu können und vieles mehr.

Der Vorstand des Fördervereins und die Leitung der Klinik sind wichtige und zentrale Partner in dem Ringen um die besten Behandlungsmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen und die Familien, die ihren Weg nach Münster finden, des zurzeit größten Behandlungszentrums dieser Art in Deutschland.

Wir danken dem Förderverein und zollen den Mitgliedern des Vor­standes jedweden Respekt für die großartige Leistung der letzten 30 Jahre. Es ist sehr viel geschaffen worden, das ohne die Hilfe des Fördervereins nicht hätte entstehen können. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel. Das Überschreiten der 80%-Schwelle der Heilbarkeit von Krebs bei Kindern und Jugendlichen ist nicht genug. Es liegen große Aufgaben vor uns; vor uns als Behandelnden und auch vor den Mitgliedern des Fördervereins. Daher mein Appell: Gratulation für das in der Vergangenheit Geleistete, bitte helfen Sie uns weiterhin auf dem schwierigen Weg, der vor uns liegt. Bitte bleiben Sie an unserer Seite.

 

Herzlichen Glückwunsch zum 30. Geburtstag!

Mit besten Grüßen

Prof. Dr. H. Jürgens

für das gesamte Team der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie