Spalte #col1

...

 

 

 

 

"Nach einer Krebserkrankung
ohne den normalen Alltag ist es wichtig, wieder ins
normale Leben zurückzukehren.
Dabei helfen solche Freizeiten wie die Toskana enorm."
(mitreisende Patientin)

Raus aus dem Alltag – ab ins blaue Mittelmeer

Casa Figline

Vor über zwölf Jahren kam dem Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V. die Idee, ein Nachsorgeprojekt für jugendliche Patienten anzubieten. Mit Hilfe finanzieller und viel ideeller Unterstützung fuhren seitdem über 200 Patienten mit teilnehmenden Geschwistern und Freunden in die Toskana.

 

 

Die Sozialarbeiter der Station Egon Roth und Peter Strotjohann organisieren jedes Jahr ein wunderschön gelegenes Landhaus und eine Freizeit, die alle Wünsche und Bedürfnisse in Einklang bringt. Natürlich fahren der Sozialarbeiter und der Sozialpädagoge immer auch selbst mit neben einigen engagierten Kräften aus dem Pflegeteam der Kinderkrebsklinik.

Im Anschluß an eine oft lange Therapie gibt es in der Toskana Gelegenheit, andere Jugendliche und junge Erwachsene mit ähnlichem Krankheitsbild kennen zu lernen und sich untereinander auszutauschen. Die extrem seelische und körperliche Belastung kann in den Hintergrund treten und aufgearbeitet werden. Krebs ist während der Fahrt ein ganz normales Gesprächsthema – neben vielen anderen.

Dabei gibt es eine Menge Spaß in der Casa Figline, einem für Jugendfreizeiten ausgestatteten Selbstversorgerhaus in der Nähe von Florenz. Am hauseigenen Swimmingpool können sich die Teenies sonnen und relaxen - auch das Mittelmeer mit Strand und warmem Wasser ist nicht weit. Es wird zusammen gekocht, gespielt und gelacht, Tischtennisturniere werden ausgefochten und Parties (mit Karaoke) veranstaltet. Ausflüge in die malerischen Städte Florenz, San Gimminiano, und Siena bringen Kulturerfahrungen und viele neue Eindrücke – Gelati und Pizza, schiefe Türme, Ruinen und Denkmäler runden das Programm ab. Die Betreuer lassen den Mitfahrenden dabei weitgehend Entscheidungsfreiheit, so dass sie – fern der oft sehr besorgten Eltern – automatisch wieder eine größere Selbstverantwortung und Selbstbestimmung für sich übernehmen.

Freundschaften für's Leben

Die Fahrt, bei der alle die Seele baumeln lassen können – bedeutet jedoch viel mehr als nur Erholung für die Jugendlichen. Oft verbindet das Gefühl, wieder in einer Gruppe bestehen zu können und keine Sonderrolle mehr einnehmen zu müssen, auf ganz besondere Weise. Berührungsängste, die es während der Krankheit von seiten Außenstehender gab, spielen hier keine Rolle. Auch sehr unterschiedlicher Charaktere finden beim gemeinsamen Kochen und Essen beieinander. Hier sind die Gespräche am intensivsten.

Jeder Einzelne wird akzeptiert und muß sich in der Gruppe behaupten - das stärkt vor allem das Selbstwertgefühl und bereitet auf das Alltagsleben vor. Zudem kommt  für einige Jugendliche der Umgang mit Behinderungen, die durch die Krankheit entstanden sind.  Mit Operationsnarben oder Protesen am öffentlichen Strand klarzukommen, erfordert viel Mut. In der Gruppe kann geht vieles einfacher.

Einen offiziellen Abschluß findet die Fahrt nach ca. 6 Wochen bei einem Nachtreffen mit Übernachtung. Fotos werden gezeigt, Erinnerungen aufgefrischt. Freundschaften für‘s Leben bilden sich in der Toskana ganz von alleine. Freunde, die wissen, was man durchmacht, weil sie es selber kennen. Freunde, mit denen man in der Toskana und vielleicht auch in Zukunft viel erleben kann, Gutes und Schlechtes.